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Jenaer Büromarkt wird umfassend analysiert

Gaben den Auftakt zum Büromarktbericht Jena: Wilfried Röpke (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Jena), Prof. Dr. Sebastian Henn (Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, FSU Jena) und Denis Peisker (Dezernent für Stadtentwicklung Jena) (v.l.n.r.).

JenaWirtschaft, Stadtentwicklung und FSU Jena untersuchen gewerbliches Immobilienangebot

Die Wirtschaftsförderung Jena, das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt und der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) erstellen erstmals einen Büromarktbericht für Jena. Die Studie soll aktuelle Daten und Zahlen zum Büroflächenbestand liefern. Zusätzlich zur Vollerhebung aller Gewerbeflächen im Stadtgebiet befragen Studierende auch lokale Immobilienanbieter. Der Büromarktbericht soll als Grundlage für eine gewerbliche Zonierung Jenas und als Entscheidungshilfe für Politik, Verwaltung und Interessenten dienen.

„Wir erhalten immer wieder Anfragen nach Büro-Immobilien und müssen bei vielen Gesprächen auf bisher extern erhobene Kennzahlen verweisen“, erklärt der Geschäftsführer von JenaWirtschaft, Wilfried Röpke. „Wir erwarten in den nächsten Jahren eine erhöhte Dynamik und Investitionstätigkeit auch im Jenaer Büromarkt. Genaue Daten und Zahlen sind dabei sowohl für die Jenaer Unternehmen, als auch Investoren von außerhalb, von entscheidender Bedeutung. Deswegen erheben wir relevanten Kennziffern nun selbst – dadurch werden sie noch detaillierter und belastbarer.“ Zumal, so Röpke, die Flächen in Jena begrenzt seien – da müsse man genau hinschauen, welches Wachstum wo möglich sei.

Die Studie selbst wurde vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der FSU Jena konzipiert. Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Sebastian Henn beschreibt die Methodik der Untersuchung: „Unsere Studierenden erfassen sämtliche Jenaer Büroflächen. Darüber hinaus führen wir seit Mitte Januar eine Umfrage bei jeglichen gewerblichen Immobilienanbietern in der Stadt durch. Wir bitten die Teilnehmer der Umfrage, den Fragebogen auch ausgefüllt an uns zurückzusenden – davon profitieren alle Seiten“, so Prof. Henn.

Parallel begleitet ein Arbeitskreis aus gewerblich relevanten Maklern die Untersuchung. Dieser bewertet und interpretiert die Daten gemeinsam mit den Wissenschaftlern. Anschließend werden die Ergebnisse im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt; JenaWirtschaft erstellt zudem eine Printbroschüre. Im Sommer soll die fertige Studie vorgestellt werden.

Und was hat Jena dann davon? Laut den Auftraggebern kann Jena mit dem Büromarktbericht u.a. „zoniert“, also in preisliche Lagen eingeordnet, werden. „Das ist ganz ähnlich wie beim Mietspiegel“, erläutert Stadtentwicklungsdezernent Denis Peisker, dessen Dezernat die Untersuchung mitfinanziert. „Wir schaffen Markttransparenz – Interessenten können bspw. schneller erkennen, ob die geforderten Preise üblich sind oder nicht.“ Auch weitere Vorteile liegen auf der Hand: Unternehmen und Investoren können Zahlen einfacher vergleichen, Verwaltung und Politik besser entscheiden, wann und wo Flächen geschaffen und entwickelt werden müssen, oder Banken bspw. ein mögliches Investitionsrisiko detaillierter einschätzen. Im Gegensatz zum Mietspiegel hat der Büromarktbericht allerdings keine rechtlichen Konsequenzen.