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Unternehmensbefragung

Auswirkungen der Corona-Pandemie
auf den Wirtschaftsstandort Jena

 

Die Corona-Pandemie hat weitreichende Auswirkungen auf die Unternehmen und Geschäftsleute am Wirtschaftsstandort Jena. Wie sind die unterschiedlichen Branchen von den Auswirkungen betroffen? Welche Herausforderungen sind für die Unternehmen am größten? Welche Unterstützungsangebote werden in Anspruch genommen, und kommen die Hilfen vor Ort an? Und wie blickt der Standort insgesamt in die Zukunft? Ziel der Unternehmensbefragung von Wirtschaftsförderung Jena (JenaWirtschaft) und dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena war es, ein umfassendes Feedback möglichst aller Jenaer Branchen aufzuzeichnen, um die kurz-, mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf den Standort zu beurteilen. Die Angaben aus der anonymisierten Befragung helfen, konkrete Handlungsempfehlungen für Lokal- und Landespolitik sowie die Verwaltung abzuleiten.

 

 

 

Die Wirtschaftsförderung Jena (JenaWirtschaft) und der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie befragten im April und Mai 2020 die Jenaer Unternehmen und Selbständigen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Rund 420 Unternehmen und Geschäftsleute aus unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen nahmen an der standardisierten Online-Befragung teil. Ziel war es, eine Datengrundlage zu schaffen, um die wirtschaftliche Situation einzelner Branchen zu analysieren und passende Handlungsempfehlungen auszusprechen.

Die Branchenstruktur der teilnehmenden Unternehmen bildet die Vielfalt des Wirtschaftsstandorts Jena gut ab. Tendenziell gibt es eine prozentual höhere Beteiligung von Unternehmen aus den besonders betroffenen Branchen, wie Gastgewerbe. Indem diese Geschäftsleute an Umfragen teilnehmen, können sie die eigene wirtschaftliche Situation umfassend kommunizieren.

Auch in Bezug auf die Unternehmensgröße waren alle relevanten Jenaer Parameter vertreten: Vom Einzelunternehmen bzw. Freiberufler:in über klassische KMU bis zu großen Technologiekonzernen.

Alle befragten Unternehmen gaben an, durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen zu sein. Die Umfrage fragte zur Einschätzung folgende Kriterien ab: Umsatz, Einschränkung der Geschäftstätigkeit, Zugang zu Kunden und Märkten sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Im Februar 2020 bewerteten Unternehmen und Selbständige ihre Geschäftslage branchenübergreifend noch mit einer Schulnote zwischen 1 und 2. Nach Beginn der Corona-Pandemie fiel dieser Wert bei allen – unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche – um mindestens zwei Notenpunkte ab. Besonders negativ schätzten das Gastgewerbe, der Einzelhandel und der Bereich Kunst-Unterhaltung-Erholung ihre Geschäftslage bis Ende 2020 ein: in diesen Branchen wird nur noch die Schulnote 5 bzw. 6 vergeben. Relativ gelassen schätzten das Verarbeitende Gewerbe und die wissensintensiven Dienstleistungen ihre Geschäftslage ein: Unternehmen dieser Wirtschaftszweige gaben der Aussicht für 2020 immerhin noch die Schulnote 3-.

Als wesentliche Konsequenzen der Corona-Pandemie für das verbleibende Geschäftsjahr 2020 wurden drei Punkte am häufigsten genannt:

  • Weniger Nachfrage nach Produkten/ Dienstleistungen
  • Reduzierung oder Ausbleiben von Investitionen
  • Stornierung von Produkten und Dienstleistungen

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf die Umsatzzahlen der Jenaer Unternehmen und Selbständigen sehr unterschiedlich aus. Während im Gastgewerbe durch den umfassenden Lockdown die Umsätze so weit zurückgingen, dass 35 Prozent der lokalen Gastro-Betriebe eine Schließung bzw. Insolvenz noch in 2020 befürchten, können mehr als 60 Prozent der High-Tech-Betriebe ihre Umsätze halten oder sogar steigern.

64 Prozent aller Befragten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach ihren Produkten oder Dienstleistungen bis Ende des Jahres weiter sinken wird. Die zukünftige Nachfrage wird besonders von Gastronomie, Einzelhandel und Kunst-Unterhaltung-Erholung negativ eingeschätzt. Digitale Wirtschaft und Verarbeitendes Gewerbe teilen diese Einschätzung nicht.

Die mit Abstand am stärksten genutzten Unterstützungsleistungen in der Corona-Pandemie waren die Soforthilfe des Landes Thüringens und das Kurzarbeitergeld. Insgesamt zahlte die Thüringer Aufbaubank 14,9 Millionen Euro an 2.105 Antragstellende aus Jena aus (Stand: Ende Mai 2020). Einige beantragende Unternehmen gaben an, dass Bearbeitungszeiträume sehr lang waren bzw. die Auszahlungsmodalitäten der Soforthilfe eindeutiger hätten kommuniziert werden können. Außerdem können Soforthilfemaßnahmen zwar kurzfristig unterstützen, langfristig jedoch nicht vor Insolvenz oder Arbeitslosigkeit schützen. Besonders Einzel- und Kleinunternehmen bewerten staatliche Hilfen wie Liquiditätshilfen und Überbrückungskredite als weniger geeignete Maßnahmen in der Corona-Krise. Als Gründe wurden die bestehenden Unsicherheiten über die eigene zukünftige wirtschaftliche Situation und damit Zahlungsfähigkeit sowie die unattraktiven Kreditbedingungen angegeben.

Rund 85 Prozent der Befragten aus dem Jenaer Gastgewerbe haben während der Corona-Pandemie Soforthilfe beantragt und Kurzarbeit angezeigt. Dem gegenüber haben nur ein Drittel der High-Tech-Firmen einen Antrag auf Soforthilfe gestellt; jeder vierte Betrieb beantragte Kurzarbeit.

Exkurs: Jenaer Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Existenznot geraten sind, können die Gewerbesteuerzahlungen bis Ende 2020 stunden bzw. die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer herabsetzen.

Stellenausschreibungen

Prinzipiell können Unternehmen auf verschiedenen Wegen auf die negativen Auswirkungen durch die Corona-Krise reagieren: Indem sie 1. weniger Stellen ausschreiben, 2. Kurzarbeitergeld beantragen und 3. als ultimo ratio Mitarbeitende entlassen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie Ende Februar 2020 schalteten die Jenaer Unternehmen – unabhängig von der Zahl der Mitarbeitenden bzw. Branche – weit weniger Stellenanzeigen als im Vergleichszeitraum 2019. Besonders betroffen von diesem Trend sind verständlicherweise das Hotel- und Gastgewerbe bzw. Tourismus. Hier wurden im April 2020 rund 33 Prozent und im Mai 2020 sogar rund 60 Prozent weniger Stellen ausgeschrieben als in den Vergleichsmonaten 2019. Demgegenüber gingen Stellenausschreibungen für Job-Angebote im Bereich Forschung/Entwicklung bzw. High-Tech/naturwissenschaftliche Berufe im gleichen Zeitraum um nur 17 Prozent zurück.

Eine besondere Dynamik entfaltete die Jenaer Digitalwirtschaft. Während die Stellenangebote im März 2020 um rund 53 Prozent im Vergleich zum März 2019 zurückgingen, betrug der Unterschied im April nur noch -13 Prozent. Im Mai kehrte sich der Trend dann um: hier wurden rund 9 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als im Mai 2019.

Große Ausnahme mit einem Plus an Stellenanzeigen über den gesamten Pandemie-Zeitraum war die Gesundheitswirtschaft: hier waren im April 2020 – im Monat der meisten Neuinfektionen in Deutschland – rund 27 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als im April 2019. Im Mai gleicht sich diese Zahl wieder an: im Mai 2020 schrieben die die Unternehmen der Jenaer Gesundheitswirtschaft aber noch rund 8 Prozent mehr Stellen aus als im Mai 2019.

Insgesamt steigt die Zahl aller Stellengesuche ab April 2020, besonders bei großen Unternehmen, wieder an. Das Niveau liegt allerdings im Mai 2020 noch rund 28 Prozent unter dem des Vorjahres.

Kurzarbeit

Seit Beginn der Corona-Pandemie beantragten über 40 Prozent der Jenaer Unternehmen Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeitenden. Zwischen April und Mai wurden laut Bundesagentur für Arbeit 1.277 Anzeigen auf Kurzarbeit gestellt; davon waren 16.435 Personen betroffen. Allerdings lässt sich aus diesen Anzeigen noch keine generelle Aussage über die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit ableiten.

Arbeitslosigkeit

Die Jenaer Arbeitslosenquote stieg im Mai 2020 auf 5,9 Prozent (Mai 2019: 5,1 Prozent). Im Vergleich zu Städten ähnlicher Größe ist dieser Zuwachs von 0,8 Prozentpunkten relativ gering. So stieg in Erfurt im gleichen Zeitraum die Quote von 5,7 Prozent auf 7,1 Prozent (+ 1,4 Prozentpunkte). In Leipzig stieg der Anteil der Erwerbslosen von 6,2 Prozent (Mai 2019) auf 8,0 Prozent (Mai 2020) und in Trier von 4,9 Prozent auf 6,9 Prozent.

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde – neben der allgemeinen Unsicherheit über die weltwirtschaftliche Lage – als einer der größten Herausforderungen während der Corona-Pandemie benannt. Rund 40 Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, aufgrund der Schul- und Kitaschließungen von Personalausfällen ihrer Mitarbeitenden betroffen zu sein. Im Verarbeitenden Gewerbe waren es sogar über 60 Prozent. Im Einzelhandel und Gastgewerbe gab nur rund ein Drittel an, durch Personalausfälle herausgefordert gewesen zu sein. Hier mussten viele Unternehmen jedoch ihren Betrieb aufgrund der Corona-Anordnungen schließen, so dass die Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung sich nicht in dem gleichen Maße gestellt hat. Ähnliches gilt für den Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung: hier waren nur rund 10 Prozent der Geschäftsleute von Personalausfall wegen Kinderbetreuung betroffen. Die Befragung legt nahe, dass die vorrangig freiberuflich Tätigen in dieser Branche durch den Lockdown ihrer Beschäftigung nicht nachgehen konnten und daher das Betreuungsproblem weniger akut einschätzten.

Insgesamt ist eine gute und tagesfüllende Kinderbetreuung in Kita bzw. Schule eine Grundvoraussetzung dafür, dass Arbeitnehmende und damit die Jenaer Firmen tatsächlich vollständig arbeitsfähig bleiben. Diese Arbeitsfähigkeit stellt eine der Grundvoraussetzungen dar, damit sich der Standort Jena wieder umfassend wirtschaftlich von den Folgen der Corona-Pandemie erholen kann.

persönliche Kommunikation

Eine erfolgreiche Wirtschaft braucht gute Kommunikation als Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten. Dies gilt sowohl intern – innerhalb eines Unternehmens bzw. Teams – und extern – mit Kunden, Dienstleistenden und Zulieferern bzw. auf Veranstaltungen wie Messen, etc. Beide Kommunikationsformen waren in der Corona-Pandemie nur eingeschränkt möglich. Knapp 60 Prozent aller befragten Firmen gaben an, dass sich die fehlende direkte persönliche Kommunikation („face to face“-Kommunikation) mit Geschäftspartnern negativ auf das Unternehmen auswirkt. Einziger „Ausreißer“ nach unten war die Branche Information-Kommunikation-Technologie (IKT): hier bestätigten nur rund ein Drittel der Firmen negative Auswirkungen durch fehlende face-to-face-Kommunikation. Dahinter steht die Annahme, dass die Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges bereits vor Corona mehr Erfahrungen damit hatten, alternative digitale Kommunikationsformen zu nutzen.

 

Internationale Netzwerke

Internationale Netzwerke bleiben für alle Unternehmen – bis auf den lokalen Einzelhandel – auch während und nach der Corona-Krise wichtig. Rund 70 Prozent der Unternehmen geben an, dass internationale Netzwerke nicht an Bedeutung verlieren werden. Nur 10 Prozent waren der Meinung, dass Netzwerke im internationalen Kontext zukünftig eine geringere Rolle spielen werden als vor der Pandemie. Die Daten sprechen dafür, dass durch die Corona-Pandemie keineswegs das „Ende der Globalisierung“ eingeleitet wird. Besonders für das Verarbeitende Gewerbe und den High-Tech-Bereich mit ihrer starken internationalen Verflechtung könnten fortlaufende Einschränkungen bei weltweiten Lieferketten sowie fehlende internationale Messen zukünftig  zu erheblichen Problemen beim Absatz und bei der Neukundenakquise führen.

Trotz der Tatsache, dass alle Jenaer Unternehmen und Geschäftsleute mit der Bewältigung der Corona-Pandemie zu tun hatten, gaben insgesamt ein Fünftel aller bzw. mehr als ein Drittel der Branche Information-Kommunikation-Technologie an, weiterhin innovativ tätig zu sein.

Den wahrgenommenen Nutzen von Digitalisierungsmaßnahmen beurteilten die einzelnen Branchen unterschiedlich. 21 Prozent der befragten Einzelhändlerinnen und Einzelhändler gaben an, Digitalisierung als Chance anzusehen; 16 Prozent von ihnen setzten außerdem bereits Maßnahmen zur Digitalisierung um.

Im Wirtschaftszweig Information-Kommunikation-Technologie betrachteten 56 Prozent Digitalisierung als Chance; die Hälfte der Befragten setzten zudem bereits Digitalisierungsmaßnahmen um.

Auffällig war die Diskrepanz zwischen den angewandten Digitalisierungsmaßannahmen und dem tatsächlichen Profit davon in der Branche Kunst-Unterhaltung-Erholung. Hier wurde deutlich, dass die Kulturschaffenden zwar zu einem Fünftel stärker auf Digitalisierung setzen, sich aber weniger als 5 Prozent davon tatsächlich einen eigenen Profit versprechen. Die Beobachtung der aktuellen Streaming-Angebote von Kulturschaffenden bestätigt diese Diskrepanz: obwohl bspw. Konzerte, DJ-Sets, Theateraufführungen, Lesungen, und viele weitere kulturelle digital angeboten werden – bspw. per Live-Stream – sind diese Angebote fast immer kostenfrei. Die Anbietenden selbst können dadurch keine Einnahmen generieren.

 

Perspektivisch ergeben sich für die überwiegende Mehrheit der Jenaer Unternehmen trotz der Corona-Pandemie keine Änderungen in ihrem Bedarf nach Fachkräften. 68 Prozent der Firmen gaben an, dass sich trotz der aktuellen Anzeigen von Kurzarbeit oder – im Einzelfall – sogar Entlassungen keine kurzfristige Entlastung im Fachkräftebedarf abzeichnet. Mittel- und langfristig bleibt die Gewinnung internationaler Mitarbeitender eine wesentliche Herausforderung, um sowohl die Verrentungswelle der eigenen Belegschaften als auch den Wachstumsbedarf der Unternehmen abzudecken. Besonders im Gesundheitsbereich hat die Corona-Pandemie außerdem noch einmal zu einer Verschärfung des Fachkräftemangels geführt.

Die lokalen Unternehmen und Geschäftsleute haben großes Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Jena. Rund drei Viertel stimmten der Aussage zu, dass der Standort Jena nach der Krise ebenso gut wie vorher (55 Prozent Zustimmung) oder noch besser aufgestellt sein wird (24 Prozent Zustimmung).

Die Wirtschaftsstruktur Jenas mit zahlreichen KMU, international tätigen Unternehmen und einer engen Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft bildet die Grundlage für die Erholung nach der Pandemie. Die Unternehmen der Jenaer Kompetenzfelder fungieren als Treiber und Stabilisatoren – als „Jenaer Motoren“. Dazu gehören vor allem die High-Tech-Industrie, das Verarbeitende Gewerbe, die Digitalwirtschaft und die wissensintensiven Dienstleistungen. Sie sichern mittel- und langfristig die Beschäftigtenzahlen vor Ort und generieren eine hohe Bruttowertschöpfung für den Standort.

Fazit und Schlussfolgerungen

Differenziertes Bild

Die Befragung zeichnet ein differenziertes Bild der Pandemieauswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Jena. Die verschiedenen Wirtschaftszweige sind sehr unterschiedlich betroffen. High-Tech-Unternehmen und Verarbeitendes Gewerbe haben vor allem mit Umsatzrückgängen und Problemen mit internationalen Lieferketten zu kämpfen. Dem gegenüber haben der Shutdown im März und April sowie die anschließend weiterbestehenden gesetzlichen Einschränkungen vor allem viele Unternehmen der Gastronomie, Veranstaltungswirtschaft und dem Kulturbereich zu großen betriebswirtschaftlichen Schäden bis hin zum existenziellen Abgrund geführt. Durch die existenzbedrohende Lage von Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungswirtschaft und Kultur ist auch die Vielfalt des Standorts Jena gefährdet. Dies kann negative Folgen für die Lebensqualität vor Ort haben – ein wichtiger Standortfaktor, auch jenseits von absoluten monetären Steuereinnahmen oder Beschäftigtenzahlen.

Die Jenaer „Motoren“ zeigen bislang eine hohe Krisenresilienz. Dazu zählen die leistungsstarken und innovativen Industrie- und High-Tech-Betriebe: Optik bzw. Photonik und Medizintechnik bzw. Gesundheitswirtschaft, aber auch Digitalwirtschaft, der Dienstleistungssektor und das Handwerk.

Vielfältige Herausforderungen

Alle Unternehmen müssen allerdings große Herausforderungen bewältigen. Die Pandemie wirkt als Katalysator für drängende Fragen, die bereits vorher bestanden: Wie lassen sich Familie und Beruf langfristig miteinander vereinbaren? Wie gestaltet sich die Digitalisierung von Arbeitswelten? Wie sichern wir den Zugang zu Märkten und internationalen Lieferketten?

Notwendig ist generell eine transparente Krisenkommunikation von Seiten der Behörden, um Unsicherheiten der Unternehmen zu minimieren. Die Corona-Pandemie wird, so legen es die Daten aus der Befragung nahe, weder das Ende der Globalisierung einleiten, noch den Fachkräftemangel beenden. Internationalisierung, besonders im Hinblick auf das eigene Personal, bleibt ein wesentliches Element für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung.

Ausblick

Insgesamt bringt der Standort Jena sehr gute Voraussetzungen mit, sich umfassend von den Folgen der Corona-Pandemie zu erholen, sofern keine zweite Welle der Covid-19-Pandemie zurückkehrt. Die „Jenaer Motoren“ generieren eine hohe Bruttowertschöpfung und zeigen keinerlei Anzeichen, Arbeitskräfte freizustellen. Die hohe Arbeitsplatzdichte Jenas scheint damit gesichert zu sein, was den Erhalt der Kaufkraft für die Jenaer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewährleistet. Dies wiederum hilft mittelfristig auch den von der Pandemie stark betroffenen Branchen: nämlich dann, wenn Essen gehen, Konzertbesuche oder Tagungen und Kongresse wieder zum normalen Alltag dazugehören können.

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung wurden am 16.06.2020 in einer Pressekonferenz öffentlich vorgestellt.