2018-05-18

Jenaer IT-Branche boomt: Regionaldialog diskutiert Ideen zur Fachkräftesicherung für nachhaltiges Wachstum

JenaWirtschaft versammelt Spitzen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildungssektor, Politik und Verwaltung

15 Prozent – um diesen Satz wächst die Jenaer Digitalwirtschaft jedes Jahr. Hauptproblem für die lokale Branche: es fehlen Programmierer, Softwareentwickler und andere IT-Spezialisten. Grund genug für die Wirtschaftsförderung Jena (JenaWirtschaft), am vergangenen Montag zum 2. „Regionaldialog Digitale Wirtschaft und Wissenschaft“ einzuladen und mit dem Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sowie mehr als 80 Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Lehre, Berufsschulzentren, Politik und Verwaltung diese Herausforderung und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren

Die Jenaer IT-Branche verzeichnet außerordentliche Erfolge: 3.500 Beschäftigte in rund 100 teils global erfolgreichen Unternehmen, preisgekrönte Arbeitgeber, und eine Strahlkraft weit über die Stadt hinaus. Jena gelte in Thüringen und darüber hinaus als „Lokomotive der Digitalwirtschaft“, wie es Wolfgang Tiefensee, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, in seiner Ansprache formulierte.

Impulse für umfassende Maßnahmen zur Fachkräftesicherung für die Jenaer Digitalwirtschaft

„So erfreulich diese Entwicklungen sind, so dringend müssen wir an der Entwicklung des wichtigsten Erfolgsfaktors der Branche arbeiten – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, erläutert JenaWirtschaft-Chef Wilfried Röpke die Motivation zum diesjährigen Regionaldialog. Vor Ort wurden dabei vielfältige Strategien erörtert, die sich vom Thema (Schul-)Bildung über Studierendenmarketing bis hin zu internationalen Fachkräften und potentiellen Rückkehrern befassten.

„Wir müssen Fachkräfte für den lebenswerten IT-Standort mit seinen vielseitigen Unternehmen begeistern, gute Arbeits- und Standortbedingungen schaffen, Absolventinnen und Absolventen in Jena halten und zukunftsfähige Bildungs- und Ausbildungsangebote vor Ort ermöglichen, „ so Röpke weiter. All das erfordere laut dem JenaWirtschaft-Chef die koordinierte Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure, die die Wirtschaftsförderung am 14. Mai an einen Tisch geholt habe.

Besonders gefragt sind Fachkräfte aus dem MINT-Bereich. Als Hightech-Standort bietet Jena bereits Initiativen zur Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung, u.a. durch den Verein witelo - wissenschaftlich-technische Lernorte in Jena. Dessen Informatik-Arbeitsgemeinschaften und –Forscherclubs für Schülerinnen und Schüler sind überaus beliebet und die Nachfrage der Schulen nach derartigen Angeboten steigt. „Das ist gut, reicht aber nicht, denn Freizeitangebote sind nur ein Baustein der MINT-Bildung“, so Dr. Christina Walther, witelo-Geschäftsführerin. Anspruch müsse es sein, Mädchen und Jungen kompetent für die digitale Gesellschaft zu machen und ihnen die Relevanz digitaler Bildung – auch im späteren Berufsleben – zu verdeutlichen. Dafür braucht es eine fundierte digitale Bildung in der Schule sowie außerschulische Partner, die mit interessanten Projekten und Praktika für Informatik begeistern. „Dafür habe ich bei den am Regionaldialog Beteiligten eine große Bereitschaft wahrgenommen – und auch ein deutliches Votum für ein Informatik-Pflichtfach“, so Walther

Neue Plattform jena-digital.de bündelt Informationen zu Entwicklungen in der Jenaer Digitalwirtschaft

Neben den Potentialen der schulischen und außerschulischen Bildung bot der Regionaldialog drei weitere Schwerpunkte, die an entsprechenden Thementischen diskutiert wurden: die Herausforderungen des IT-Fachkräftenachwuchses, die Rolle der Jenaer Hochschulen bei der Fachkräfte-Rekrutierung, sowie Kommunikations- und Werbemaßnahmen. Auf dieser Grundlage werden Arbeitsaufträge nun formuliert und Kooperationsformate zu deren Bearbeitung gebildet. Sowohl zwischen Unternehmen und Bildungs- und Forschungseinrichtungen, als auch kommunalen und Landesgremien und deren Initiativen wird es umfangreiche Vernetzungen und eine einheitliche Stoßrichtung der Aktivitäten zur Fachkräftegewinnung für die Digitalwirtschaft geben.

„Als Wirtschaftsförderung stellen wir uns der Aufgabe, das Management eines Jenaer Netzwerkes der Digitalen Wirtschaft und Wissenschaft zu übernehmen. Dazu haben wir bereits eine Online-Plattform geschaffen: unter jena-digital.de präsentieren sich Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Netzwerke. Fachkräfte erhalten einen kompakten Branchen-Überblick, Informationen zur Work-Life-Balance sowie Jobs- und Ausbildungsangebote“, resümiert Röpke.

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jena-digital.de

 

Hintergrund:

Der erste Regionaldialog Digitale Wirtschaft und Wissenschaft in Jena lieferte im Jahr 2016 den Auftakt für den intensiven Austausch rund um die IT-Branche. Initiiert durch die Jenaer Wirtschaftsförderungsgesellschaft nimmt das Interesse der Akteure am Format zu, wie die Entwicklung der Zahl der Teilnehmenden von etwa 50 in 2016 bis über 80 in 2018 zeigt.

Zum Regionaldialog Digitale Wirtschaft und Wissenschaft in Jena diskutierten u.a.:

  • Minister Wolfgang Tiefensee, Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft
  • Wilfried Röpke, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena mbH
  • Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Jenaer IT-Unternehmen und der Forschungsinstitute, darunter Jena-Optronik, dotSource, diva-e, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Infecto-Gnostics
  • Thomas Dirkes, Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH
  • Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller Universität Jena und Prof. Dr. Teichert, Rektor der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
  • Sabine Wosche, LEG Thüringen und Patrick List, Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF)
  • Mitglieder des Stadtrates Jena, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung Jena.

 

 

 

 

Unter jena-digital.de finden potentielle Fachkräfte umfassende Informationen zu Job- und Ausbildungsmöglichkeiten, der IT-Branche, Netzwerken und Leben in Jena. Bild: JenaWirtschaft/Scheere
 
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