Zwischen Druck und Potenzial: Jenas Wirtschaft im Jahr 2026
JenaWirtschaft-Geschäftsführer Wilfried Röpke blickt auf die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts und analysiert Chancen und Herausforderungen.
Zwischen Druck und Potenzial: Jenas Wirtschaft im Jahr 2026
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Jena bleiben auch 2026 anspruchsvoll. Viele Unternehmen stehen unter Druck – durch konjunkturelle Unsicherheiten, demografiebedingten Fachkräftebedarf, steigende Kosten und strukturelle Engpässe bei Flächen und Infrastruktur. In der letzten IHK-Erhebung (Herbst 2025) bewerteten Jenaer Unternehmen ihre Geschäftslage nur zu 23 Prozent als gut, 42 Prozent als befriedigend und 34 Prozent als schlecht.
Gleichzeitig zeigt sich der Wirtschaftsstandort Jena langfristig stabil. Im Städteranking der Wirtschaftswoche (Dezember 2025) positioniert sich Jena im oberen Drittel deutscher Großstädte – mit einem sehr starken Profil in Forschung & Innovation sowie in der Arbeitsmarktqualität. Engpässe zeigen sich hingegen bei Gründungsintensität, Wohnungsneubau, Infrastruktur und Digitalisierung.
JenaWirtschaft unterstützt Unternehmen in diesen herausfordernden Zeiten mit konkreten Services – von Standort- und Flächenberatung über Fachkräfteangebote bis hin zu Energie- und Nachhaltigkeitsthemen.

Industrie- und Hightech-Standort Jena
Jena verfügt über eine überdurchschnittlich starke industrielle Basis. Der Anteil der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe ist von 2019 bis 2024 auf 19,7 Prozent gestiegen – entgegen dem Bundestrend. Besonders prägend ist die Qualität dieser Industriearbeitsplätze: Über 17 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in der Hightech-Industrie, deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt von unter 10 Prozent. Ergänzt wird diese Stärke durch die Digitale Wirtschaft sowie ein leistungsfähiges Handwerk und einen starken Mittelstand, die gemeinsam das Rückgrat der Jenaer Wirtschaft bilden.

Starke Substanz, aber zurückhaltende Investitionen
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Investitionen werden sorgfältiger geprüft, strategische Entscheidungen häufig vertagt. Auch in Jena ist diese Zurückhaltung spürbar: Das Gewerbesteueraufkommen ist von rund 90 Mio. Euro (2024) auf etwa 70 Mio. Euro (2025) zurückgegangen.
„Die wirtschaftliche Lage ist für viele Unternehmen anspruchsvoll, gleichzeitig zeigt sich, wie robust der Standort Jena strukturell aufgestellt ist“, sagt Wilfried Röpke, Geschäftsführer von JenaWirtschaft. Gerade in solchen Phasen sei es wichtig, Entscheidungen auf Basis belastbarer Daten und realistischer Perspektiven zu treffen.

Flächen, Gründungen und Nachhaltigkeit
Verfügbare Gewerbeflächen bleiben eine knappe Ressource. Die Stadt Jena begegnet dieser Herausforderung mit einem langfristig angelegten Gewerbeflächenkonzept und priorisierten Bebauungsplänen. JenaWirtschaft begleitet Unternehmen bei Erweiterungs- und Ansiedlungsvorhaben und fungiert als Schnittstelle zu Verwaltung und Planung. Ein wichtiger Entwicklungsschritt ist das interkommunale Gewerbegebiet Rothenstein/ JenA4: Der B-Plan wird für Frühjahr 2026 bis Ende 2026 avisiert. Die Entwicklung soll in 2026 starten; die Vermarktung dann ab Anfang 2027.
Gründungsinteressenten und junge Unternehmen unterstützen wir durch die Vermittlung zu den relevanten Beratungsstrukturen und durch unseren Flächen- und Immobilienservice.
Auch Energie- und Nachhaltigkeitsthemen gewinnen weiter an Bedeutung. JenaWirtschaft berät Unternehmen praxisnah und informiert über Fördermöglichkeiten, z.B. mit dem Fördermittelstammtisch am 10. März 2026.

Verantwortungsvoll durch volatile Zeiten
Konjunkturelle Unsicherheiten und steigende Kosten erschweren unternehmerische Planungen. Gleichzeitig agieren viele Jenaer Betriebe verantwortungsvoll: Kurzarbeit wird genutzt, aber zurückhaltend. Im Mai 2025 waren 420 Personen in Kurzarbeit, das entspricht 0,7 Prozent aller Beschäftigten.
JenaWirtschaft unterstützt Unternehmen mit fundierten Standort- und Marktanalysen, individueller Beratung und Fördermittelinformationen. Ein zentrales Instrument ist der Büromarktbericht Jena, der Entwicklungen am Büro- und Immobilienmarkt einordnet und eine belastbare Grundlage für Standort- und Investitionsentscheidungen bietet.

Beschäftigung sichern und Internationalisierung verstetigen
Der Jenaer Arbeitsmarkt gehört seit Jahren zur bundesweiten Spitze – mit geringer Arbeitslosenquote, hoher Beschäftigungsdichte pro Arbeitsplatz und Einpendlerüberschuss. Gleichzeitig verschärft die demografische Entwicklung den Wettbewerb um Talente. Im März 2025 lag die Beschäftigtenzahl bei 60.541 Personen, ein Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zuwanderung ist dabei ein zentraler Wachstumsfaktor: Der Anteil ausländischer Beschäftigter ist seit 2006 deutlich gestiegen und lag 2024 bei 9,7 Prozent. Auch gibt es immer mehr Auszubildende mit internationalem Hintergrund. Das Welcome Center Jena unterstützt Unternehmen sowie nationale und internationale Fachkräfte beim Ankommen, Arbeiten und Einleben. Beispielhafte Integrationsleistungen zeichnet auch 2026 wieder der i-work interkulturelle Unternehmenspreis aus.

Ausbildung im Fokus – Fachkräfte von morgen sichern
Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses beginnt in der Schule, durch Praktika, und natürlich mit einer fundierten Ausbildung junger Menschen. JenaWirtschaft unterstützt Unternehmen, Schulen und die Azubis von morgen mit Beratungsangeboten, Messeauftritten und einer starken Vernetzung relevanter Akteure. Ein zentraler Baustein ist die Ausbildungsplattform work-in-jena.de, die Informationen und aktuelle Ausbildungsangebote der Jenaer Unternehmen bündelt.

Fazit
„Das Jahr 2026 bleibt für viele Unternehmen herausfordernd – gleichzeitig beweist die Jenaer Wirtschaft ihre Wettbewerbsstärke: hohe Wertschöpfung in Zukunftsbranchen, ein starkes Handwerk und Mittelstand sowie eine klare internationale Ausrichtung“, so Wilfried Röpke.
JenaWirtschaft begleitet Unternehmen dabei als verlässlicher Partner – mit fundierten Analysen, konkreten Services und Projekten, die Orientierung schaffen und Standortentscheidungen erleichtern.
