Ricarda Huch grüßt ab sofort im Gewerbegebiet Göschwitz
Neue Statue verbindet Jenaer Geschichte, Kunst und moderne Standortentwicklung
Das Gewerbegebiet Göschwitz hat ein neues kulturelles Wahrzeichen: Am Freitag wurde dort eine Statue der Jenaer Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch eingeweiht. Das Kunstwerk des spanischen Bildhauers Pedro Requejo Novoa erinnert an eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte und setzt zugleich einen neuen Akzent für die Entwicklung des Quartiers.
Die Bronzestatue zeigt Ricarda Huch auf einer Bank sitzend, ein Buch in der Hand. Das Denkmal ist bewusst offen gestaltet: Freie Sitzplätze neben der Figur laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, Platz zu nehmen, zu verweilen und mit ihr symbolisch in Dialog zu treten.

Geschaffen wurde die Statue von Pedro Requejo Novoa, einem international tätigen Bildhauer, Goldschmied und Keramikkünstler. Bereits 2023 realisierte er mit der Ernst-Ruska-Statue ein weiteres Kunstwerk im Gewerbegebiet Göschwitz. Zur Einweihung der neuen Skulptur trug er vor Ort ein Gedicht der Jenaer Autorin vor.
Mit der Wahl Ricarda Huchs rückt eine außergewöhnliche Frau der deutschen Literatur- und Geistesgeschichte in den Mittelpunkt. Die Schriftstellerin, Historikerin und Publizistin gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Als selbstbewusste Intellektuelle ihrer Zeit setzte sie sich gegen gesellschaftliche Konventionen durch und veröffentlichte zu Beginn ihrer Karriere teilweise unter dem männlichen Pseudonym „Hugo“.

Die neue Statue stärkt das Gewerbegebiet Göschwitz über seine wirtschaftliche Funktion hinaus als attraktiven Ort zum Arbeiten und Verweilen. Kunst im öffentlichen Raum soll dabei Identität stiften, Begegnungen ermöglichen und die Aufenthaltsqualität des Quartiers erhöhen.

Initiiert wurde das Projekt von der Jenaer Unternehmerin und Immobilienentwicklerin Ulrike Nagelschneider, die das Gewerbegebiet seit vielen Jahren entwickelt und vermarktet. Die Umsetzung des Kunstprojekts erfolgte vollständig durch privates Engagement. Das Denkmal verbindet Stadtgeschichte, Kunst und moderne Standortentwicklung. Denn laut Frau Nagelschneider kann ein Gewerbegebiet viel mehr sein als nur ein Platz zum Arbeiten. Es könne ein Ort sein, an dem Menschen sich gerne aufhalten, sich begegnen und auch Kultur erleben.
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