Start-Up-Flair mit modularer Optik
Unternehmensbesuch bei openUC2
Um MINT-Bildung und mehr ging es am 12. März zum Unternehmensbesuch am Beutenberg Campus. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche und dem Geschäftsführer des Technologie- und Innovationsparks Jena (TIP) Dr. Thomas Ganz war der Chef der Wirtschaftsförderung Jena, Wilfried Röpke, zu Gast beim Jenaer Start-up openUC2. Das junge Unternehmen entwickelt modulare Optiksysteme und verfolgt eine ambitionierte Vision: den „Raspberry Pi für die Optik“.
Die beiden Gründer Benedict Diederich und Haoran Wang starteten das Unternehmen im August 2022 als Ausgründung aus dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien. „Unser Ziel ist es, leistungsfähige optische Instrumente deutlich einfacher zugänglich zu machen – für Forschung, Industrie und insbesondere für Bildungseinrichtungen“, beschreibt Benedict Diederich seine Motivation. Mit Sebastian Trampenau stieß 2025 noch kaufmännische Expertise mit langjähriger Startup-Erfahrung zum Gründungsteam hinzu.

Baukastenprinzip für optische Systeme
Im Zentrum der Technologie steht ein würfelförmiges Modul, das sich mit verschiedenen optischen und elektronischen Komponenten bestücken lässt. Mehrere dieser Module können flexibel kombiniert werden und bilden so unterschiedlichste optische Systeme – etwa Mikroskope oder bildgebende Analyseinstrumente.
Das System ist bewusst offen und modular aufgebaut. Anwenderinnen und Anwender können eigene Komponenten entwickeln, Module austauschen oder neue Funktionen ergänzen. Auch komplexere Anwendungen – etwa automatisierte Mikroskope – lassen sich auf dieser Grundlage realisieren. Dieser offene Ansatz ermöglicht individuelle Lösungen, die kostengünstiger in Anschaffung und Wartung sind als existierende Ansätze. Die Technologie kommt inzwischen u.a. in Forschungslaboren von Universitäten oder Unternehmen zum Einsatz.
Einsatz in Bildung und Makerspaces
Neben der professionellen Anwendung liegt openUC2 die MINT-Bildung am Herzen. Die modularen Mikroskopie-Baukästen werden bereits in Jenaer Lernorten eingesetzt, wie zum Beispiel über den Jenaer Verein witelo oder in der Ernst-Abbe-Bücherei.
Eine typische Bildungsbox kostet rund 400 bis 500 Euro und ermöglicht einfache mikroskopische Untersuchungen mit mehrfacher Vergrößerung. Durch die modulare Bauweise können Lernende dabei selbst experimentieren und optische Systeme Schritt für Schritt verstehen.
Aktuell bringt openUC2 im Rahmen eines BMFTR-Projekts Quantenbildung in die Schulen. Mit Experimenten wie Interferometern können Schülerinnen und Schüler so eine wesentliche Zukunftstechnologie selbst erleben.
International gefragt & lokal vernetzt
Obwohl das Unternehmen in Jena gegründet wurde, stammen viele Kunden derzeit aus dem Ausland – unter anderem aus Südkorea, Norwegen, Mexico und weiteren internationalen Märkten.
Aktuell arbeiten zwölf Mitarbeitende im Start-Up, das in den vergangenen Jahren auch Fördermittel der Thüringer Aufbaubank erhalten hat und inzwischen zunehmend eigene Umsätze generiert. Parallel baut openUC2 seine Kooperationen mit regionalen Partnern weiter aus. Es ist in Netzwerken wie OptoNet e.V. sowie Jena Digital e.V. aktiv und wird von lokalen Unternehmerpersönlichkeiten wie Eugen Ermantraut von der BLINK AG unterstützt.
Mit seinem offenen, modularen Ansatz verbindet openUC2 Forschung, Bildung und Unternehmertum – und bringt damit neue Impulse in den Photonik- und Innovationsstandort Jena. Wir bedanken uns beim Team von OpenUC2 für den spannenden Einblick und stehen gern unterstützend bei den nächsten Schritten zur Seite.
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