29. April 2026

Vom Recruiting zur Bindung: Internationale Fachkräfte erfolgreich integrieren

Warum Internationalisierung für Unternehmen wichtig ist und welche Unterstützung es gibt

Vom Gewinnen zum Bleiben

Internationale Fachkräfte zu gewinnen ist für viele Unternehmen in Jena zentraler Bestandteil der eigenen Fachkräftesicherung. Entscheidend ist jedoch, was nach der Einstellung passiert. Ob Fachkräfte bleiben, zeigt sich im Alltag: beim Ankommen im Team, bei Sprache, Wohnung, Familie oder im Umgang mit Verwaltung und Unternehmenskultur. Für Unternehmen in Jena wird Integration deshalb zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor der Fachkräftesicherung.

In diesem Beitrag zeigen wir,

Eine Gruppe von Personen spricht am Tisch

Warum Internationalisierung für Unternehmen in Jena wichtig ist

Die Fachkräftestudie für Jena zeigt den strukturellen Hintergrund: In den kommenden Jahren scheiden tausende Beschäftigte altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt aus. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften hoch und kann allein aus der Region heraus nicht gedeckt werden. Internationale Fachkräfte können dazu beitragen, diese Lücken zu schließen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Und zwar nicht nur in vermeintlich einfacheren Tätigkeiten, sondern in erheblichem Umfang in qualifizierten und hochqualifizierten Funktionen.  Aktuell haben rund 10 Prozent der Beschäftigten in Jena eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit liegt Jena unter dem Bundesdurchschnitt von 16,7 Prozent.

Fachkräfte sichern, Wachstum ermöglichen

Vor diesem Hintergrund bringt Internationalisierung für Unternehmen mehrere Vorteile:

  • Sie hilft, den demografisch bedingten Fachkräftemangel abzufedern.
  • Sie erleichtert es, hochqualifizierte Fachkräfte für den wissens- und technologieintensiven Standort Jena zu gewinnen.
  • Sie stärkt Wachstum, Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Interkulturelle Teams bringen unterschiedliche Perspektiven ein, fördern neue Ideen und verbessern die Zusammenarbeit mit internationalen Kundinnen und Kunden. Für einen Standort mit einer Exportquote von über 70 Prozent im verarbeitenden Gewerbe ist das ein relevanter Faktor.

Zwischen Konjunktur und strukturellem Fachkräftebedarf

Aktuell überlagert die konjunkturelle Krise den generellen Fachkräfteengpass. Viele Unternehmen setzen derzeit mehr auf Bestandssicherung als auf (internationalen) Personalaufbau. Je nach Branche und Unternehmensgröße ist diese Entwicklung unterschiedlich stark ausgeprägt. Unabhängig davon wirkt der demografische Wandel als langfristiger Treiber des Fachkräftebedarfs und wird die aktuelle Schwächephase perspektivisch wieder deutlich übersteigen. Die Gewinnung internationaler Fachkräfte bleibt daher eine zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts.

„Wir gehen aber davon aus, dass bei einem moderaten Wirtschaftsaufschwung der Fachkräftebedarf branchenübergreifend wieder deutlich zunimmt und empfehlen Unternehmen daher, sich strategisch aufzustellen und ihre Fachkräftesicherung weiterzuentwickeln“, ordnet JenaWirtschaft-Chef Wilfried Röpke ein.

Portrait von Wilfried Röpke

Warum Integration wichtiger wird als Recruiting

Die Beratungspraxis von JenaWirtschaft und dem Welcome Center Jena zeigt, dass sich die Herausforderungen verlagern: Während der Zugang zu internationalen Fachkräften in vielen Fällen grundsätzlich möglich ist, entscheiden Fragen rund um Einreise, Aufenthalt, Onboarding und Integration im Arbeitsalltag darüber, ob diese Fachkräfte langfristig im Unternehmen bleiben.

Gerade in den ersten Monaten zeigt sich, wie entscheidend funktionierende Rahmenbedingungen sind. „Themen wie Wohnungssuche, sprachliche Integration, die Einbindung ins Team oder die Situation von Partner:innen und Familien haben großen Einfluss auf die Bleibeperspektive. Entsprechend hoch ist der Beratungsbedarf bei Unternehmen genau in diesen Bereichen“, so Cornelia Meyerrose, Leiterin des Fachkräfteservice bei JenaWirtschaft.

Beratung im Fachkräfteservice bei der Wirtschaftsförderung Jena

Unterstützung für Unternehmen: Internationale Fachkräfte gewinnen und integrieren

Unternehmen müssen diese Fragen nicht allein lösen. Wir unterstützen sie dabei, internationale Fachkräfte zu gewinnen und gut zu integrieren. Mit dem Fachkräfteservice, dem Welcome Center Jena und der Website work-in-jena.de begleiten wir Unternehmen von der ersten Beratung bis zum Ankommen im Alltag.

Fachkräfteservice und Welcome Center Jena als zentrale Anlaufstellen

Unser Fachkräfteservice bietet Unternehmen eine individuelle, praxisnahe Beratung zu allen Fragen rund um Fachkräftegewinnung und -sicherung. Unser Team berät zu konkreten Themen wie Visums- und Aufenthaltsbestimmungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und vermittelt die richtigen Ansprechpartner für behördliche Anliegen.

2020 richteten wir das Welcome Center Jena als erstes kommunales Welcome Center Thüringens ein. Hier erhalten Unternehmen, internationalen Fachkräfte sowie deren Angehörige konkrete Unterstützung beim Ankommen und Einleben in Jena.

Sichtbarkeit schaffen mit work-in-jena.de

Ein zentraler Baustein zur Information und Ansprache von Fachkräften ist unser Online-Portal work-in-jena.de. Die Seite informiert rund um Arbeiten und Leben in Jena, macht aktuelle Stellenangebote der Unternehmen sichtbar und spricht gezielt internationale Fachkräfte an. Das integrierte Jobportal bündelt aktuelle Stellenangebote der Jenaer Unternehmen und spielt diese automatisiert und kostenfrei aus. Um hohe Zugriffe auf die Seite sicherzustellen, wirbt JenaWirtschaft mit verschiedenen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen dafür.

Austausch und Netzwerk als Erfolgsfaktor

JenaWirtschaft nimmt im städtischen Gesamtgefüge eine zentrale Rolle bei der Fachkräftestrategie für Jena ein: Wir bringen Akteurinnen und Akteure an einen Tisch, entwickeln Strategien und unterstützen Verwaltung und Stadtrat mit unserer Expertise. Mittelbar profitieren Unternehmen durch unsere „Sprachrohr-Funktion“ und Engagement für Rahmenbedingungen am Standort Jena.

Darüber hinaus fungiert JenaWirtschaft als zentraler Netzwerkpartner am Standort. Wir bringen Unternehmen unter anderem in der Jenaer Allianz für Fachkräfte miteinander in den Austausch. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit weiteren Partnerinnen und Partnern wie der Agentur für Arbeit, den Jenaer Hochschulen, der Ausländerbehörde sowie regionalen Netzwerken zusammen, um ein abgestimmtes Unterstützungsumfeld für Unternehmen zu schaffen.

Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Debatten rund um Zuwanderung und Vielfalt an Bedeutung gewinnen und von Kontroversen bestimmt werden, kommt Unternehmen eine wichtige Rolle zu: Sie gestalten im Arbeitsalltag konkret, wie offen und international Zusammenarbeit gelebt wird. In der Praxis zeigt sich, dass dabei der Austausch untereinander weiter an Bedeutung gewinnt. Welche guten Beispiele es bereits gibt und wie Unternehmen daraus lernen können, zeigt der i-work Interkulturelle Unternehmenspreis.

i-work 2026: Gute Praxis sichtbar machen und voneinander lernen

Was Unternehmen aus guten Beispielen lernen können

  • Integration ist kein Einzelinstrument, sondern ein Zusammenspiel aus Personalstrategie, Sprachförderung, Führung und passenden Rahmenbedingungen im Unternehmen
  • Wichtiger als Prozesse ist die persönliche Begleitung, etwa durch Mentorinnen und Mentoren, die neue Mitarbeitende im Arbeitsalltag und darüber hinaus unterstützen
  • Internationalisierung ist nicht nur großen Unternehmen vorbehalten. Auch kleinere Betriebe in unterschiedlichsten Branchen finden pragmatische und wirksame Lösungen, um internationale Fachkräfte zu gewinnen und zu integrieren
  • Neben konkreten Maßnahmen ist die authentische Unternehmenskultur entscheidend: Offenheit, Wertschätzung und ein aktives Miteinander prägen maßgeblich, ob Integration gelingt

Jetzt beim i-work 2026 bewerben

Wir haben den i-work 2026 weiterentwickelt, um diesen Praxisbezug weiter zu stärken. Der Wettbewerb richtet sich bewusst auch an Unternehmen, die am Anfang ihres internationalen Weges stehen oder ihre interkulturellen Ansätze weiterentwickeln möchten. Gleichzeitig bietet der i-work künftig noch mehr Möglichkeiten zum Austausch mit der Community.

Unternehmen aus Jena und der Region sind eingeladen, sich zu beteiligen und ihre Erfahrungen einzubringen. Die Bewerbung für den i-work 2026 ist ab sofort bis zum 31. Mai 2026 möglich.

Fazit: Internationale Fachkräfte bleiben dort, wo Integration aktiv gestaltet wird

Internationale Fachkräfte sind kein kurzfristiger Ausweg aus dem Personalmangel, sondern Teil einer langfristigen Strategie. Entscheidend ist, dass Unternehmen Ankommen, Zusammenarbeit und Bleiben im Betrieb bewusst gestalten. In Jena können sie dabei auf ein starkes Netzwerk zurückgreifen und zugleich voneinander lernen.

Der i-work 2026 zeigt, was in der Praxis funktioniert, und lädt Unternehmen ein, ihre Erfahrungen zu teilen, neue Impulse mitzunehmen und Integration am Standort gemeinsam weiterzuentwickeln. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung um den diesjährigen i-work Unternehmenspreis!

Drei Personen posieren in Büroräumen

Kontakt

Porträtbild Cornelia Meyerrose, Leitung Fachkräfteservice, Wirtschaftsförderung Jena
Leitung Fachkräfteservice | Welcome Center Jena

Cornelia Meyerrose

Porträtbild Merve Cilburunoglu, Mitarbeiterin Welcome Center Jena, Wirtschaftsförderung Jena
Welcome Center Jena

Merve Cilburunoglu Friedrich

Porträtbild Caroline Stein, Standortmarketing, Wirtschaftsförderung Jena
Standortmarketing

Caroline Stein

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