Innovative Echtzeit-Analyse made in Jena
Unternehmensbesuch bei FluIDect
Schnell, präzise und effizient: so will das Jenaer Start-Up FluiDect in Zukunft industrielle Bioprozesse analysieren und überwachen. Zum Unternehmensbesuch am 12. März erhielten der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche, TIP-Geschäftsführer Dr. Thomas Ganz und JenaWirtschaft-Chef Wilfried Röpke einen direkten Einblick in die innovative Echtzeit-Analyse „made in Jena“. Vor Ort berichteten die beiden Geschäftsführer Dr. Tobias Schröter und Dr. Michael Himmelhaus von ihrem Weg – und von einer Technologie, die industrielle Prozesse entscheidend verändern kann.

Von der Idee zum wachstumsstarken Unternehmen
Gegründet im Jahr 2021, startete FluIDect mit einem klaren Ziel: Bioprozesse grundlegend besser zu überwachen. Der Einstieg gelang pragmatisch – mit ersten Aufträgen und viel Eigeninitiative. „Wir sind ins kalte Wasser gesprungen“, beschreibt Tobias Schröter die Anfangszeit.
Mittlerweile hat sich das Unternehmen dynamisch entwickelt. Das Team ist auf über 21 Mitarbeitende aus acht Nationen gewachsen. Sie alle bringen umfangreiche Expertise aus Bereichen wie Fluidik, Photonik und Biotechnologie zusammen.
Echtzeit-Analyse direkt im Prozess
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer industriellen Biosensor-Technologie. Mit dem System „SpheroScan®“ ermöglicht FluIDect die Echtzeit-Überwachung von Bioprozessen – direkt in der Produktionsumgebung.
Die Technologie erkennt Mikroorganismen und andere Substanzen ohne aufwendige Probenvorbereitung. Statt zeitintensiver Laboranalysen liefert das System Ergebnisse in wenigen Minuten. Unternehmen aus der Lebensmittelproduktion, der Pharmaindustrie oder der Wasserwirtschaft profitieren davon, Prozesse schneller zu steuern und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Aktuell testet FluIDect seine Lösung bereits in Pilotprojekten mit Industriepartnern. Mehrere Förderprojekte und Aufträge im siebenstelligen Bereich unterstreichen das Vertrauen in die Technologie.
Internationale Nachfrage – zurückhaltender Heimatmarkt
Die Nachfrage kommt zunehmend aus dem Ausland, besonders aus Ländern wie der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden. Dort stoßen neue Technologien schneller auf offene Ohren. Der deutsche Markt agiert dagegen oft vorsichtiger. „Andere Länder sind oft etwas innovationsfreudiger“, schätzt Geschäftsführer Michael Himmelhaus ein.
Dennoch bleibt FluIDect strategisch fokussiert und wächst kontrolliert. Das Team arbeitet daran, die Technologie zur finalen Marktreife zu bringen und die Produktion schrittweise auszubauen.
Wachstum braucht Raum und Infrastruktur
Mit dem Umzug vom TIP ins BioInstrumente-Zentrum am Beutenberg-Campus hat FluIDect bereits auf das eigene Wachstum reagiert. Doch der Bedarf steigt weiter: Labore, Produktionsflächen und spezialisierte Infrastruktur – etwa für biologische Sicherheitsstufen – spielen eine zentrale Rolle für die nächsten Entwicklungsschritte.
In den kommenden Jahren plant das Unternehmen, weiter zu expandieren und zusätzliche Flächen zu erschließen. So können die Voraussetzungen für eine Serienfertigung geschaffen und die eigene Position am Markt ausgebaut werden.
Deep-Tech-Gründungen am Innovationsstandort Jena
Der Besuch machte deutlich, wie stark Jena als Standort für Biotech-Gründungen aufgestellt ist. FluIDect verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit unternehmerischem Mut – und zeigt, wie aus Forschung marktfähige Lösungen entstehen.
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