30. Juni 2026

Digitalisierung sicher gestalten: Cybersicherheit für den Mittelstand

Praxisnahe Tipps, Checkliste für den Ernstfall und Unterstützungsangebote für Unternehmen in Jena.

Wer heute digitale Prozesse einführt, Künstliche Intelligenz nutzt oder Geschäftsabläufe vernetzt, muss Informationssicherheit von Anfang an mitdenken. Die zunehmende Bedeutung dieses Themas stand auch im Mittelpunkt der Veranstaltung „Praxisimpulse Cybersicherheit für KMU“, zu denen JenaWirtschaft gemeinsam mit Partnern am 25. Juni 2026 eingeladen hat. Im Austausch mit Expertinnen und Experten sowie Unternehmen aus der Region wurde deutlich: Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr. Sie ist eine strategische Unternehmensaufgabe und gelingt nur im Zusammenspiel von Unternehmensleitung, IT, Mitarbeitenden und externen Partnern.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Veranstaltung sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Digitalisierung als Chance für den Mittelstand – und warum Sicherheit von Anfang an dazugehört

Mit jeder neuen digitalen Anwendung wächst auch die potentielle Angriffsfläche. Vernetzte Systeme, mobile Arbeitsplätze oder cloudbasierte Anwendungen bieten zahlreiche Vorteile, erfordern aber gleichzeitig einen bewussten Umgang mit Informationssicherheit. Dass dies längst kein theoretisches Risiko mehr ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Bedrohungslage: 67 Prozent der deutschen kleinen und mittleren Unternehmen waren innerhalb der vergangenen zwölf Monate von mindestens einem Cyberangriff betroffen. Gerade KMU geraten verstärkt ins Visier von Cyberkriminellen, da sie häufig über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen für IT-Sicherheit verfügen.

Cybersicherheit ist damit eine Voraussetzung, um digitale Prozesse langfristig verlässlich nutzen zu können. Sie schützt nicht nur Systeme und Daten, sondern auch Geschäftsabläufe, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.

Cybersicherheit für den Mittelstand als strategische Unternehmensaufgabe

Mit jeder neuen digitalen Anwendung wächst auch die potentielle Angriffsfläche. Vernetzte Systeme, mobile Arbeitsplätze oder cloudbasierte Anwendungen bieten zahlreiche Vorteile, erfordern aber gleichzeitig einen bewussten Umgang mit Informationssicherheit. Dass dies längst kein theoretisches Risiko mehr ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Bedrohungslage: 67 Prozent der deutschen kleinen und mittleren Unternehmen waren innerhalb der vergangenen zwölf Monate von mindestens einem Cyberangriff betroffen. Gerade KMU geraten verstärkt ins Visier von Cyberkriminellen, da sie häufig über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen für IT-Sicherheit verfügen.

Cybersicherheit ist damit eine Voraussetzung, um digitale Prozesse langfristig verlässlich nutzen zu können. Sie schützt nicht nur Systeme und Daten, sondern auch Geschäftsabläufe, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.

Was Unternehmen für mehr Cybersicherheit tun können

Mitarbeitende sensibilisieren

Der Mensch bleibt einer der wichtigsten Faktoren für die Informationssicherheit. Cyberkriminelle nutzen häufig Phishing-Mails, Social Engineering oder zunehmend auch KI-gestützte Betrugsversuche, um an vertrauliche Informationen zu gelangen. Dabei greifen sie weniger technische Schwachstellen an als vielmehr alltägliche menschliche Verhaltensweisen: Zeitdruck, Hilfsbereitschaft oder Routine.

Regelmäßige Schulungen helfen dabei, verdächtige E-Mails oder ungewöhnliche Anfragen frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig stärken sie eine Unternehmenskultur, in der Unsicherheiten oder Sicherheitsvorfälle offen angesprochen werden können – ohne Angst vor Schuldzuweisungen.

Besprechungssituation bei der Wirtschaftsförderung Jena

Verantwortlichkeiten festlegen

Im Ernstfall zählt jede Minute. Deshalb sollte bereits im Vorfeld klar geregelt sein, wer Entscheidungen trifft, wer externe Partner informiert und wer die interne sowie externe Kommunikation übernimmt.

Ebenso wichtig ist es, kritische Geschäftsprozesse zu identifizieren: Welche Systeme müssen möglichst schnell wieder verfügbar sein? Welche Daten sind unverzichtbar? Und welche Abläufe können notfalls auch für einige Stunden oder Tage unterbrochen werden? Unternehmen, die diese Fragen frühzeitig beantworten, können im Ernstfall schneller reagieren und Schäden begrenzen.

Einen Cybernotfallplan entwickeln

Ein Cybernotfallplan beschreibt die wichtigsten Schritte für den Ernstfall. Dazu gehören unter anderem Notfallkontakte, Zuständigkeiten, Kommunikationswege sowie konkrete Sofortmaßnahmen.

Entscheidend ist dabei nicht nur, einen Plan zu erstellen, sondern ihn regelmäßig zu überprüfen und zu testen. Außerdem sollte er auch dann verfügbar sein, wenn die IT-Systeme nicht mehr funktionieren – beispielsweise in ausgedruckter Form oder an einem sicheren, unabhängigen Ort.

Unterstützung nutzen

Unternehmen müssen Herausforderungen nicht allein bewältigen. IT-Dienstleister, spezialisierte Beratungen, Cyberversicherungen und öffentliche Anlaufstellen können helfen, Risiken zu minimieren und im Ernstfall schnell handlungsfähig zu bleiben.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen häufig nicht über eigene IT-Sicherheitsabteilungen oder spezialisierte Fachkräfte. Umso wichtiger ist es, auf bestehende Netzwerke, Beratungsangebote und regionale Kompetenzen zurückzugreifen.

Cyberangriff – was tun? Die wichtigsten Schritte im Ernstfall

1.   Ruhe bewahren und den Vorfall dokumentieren

Vorschnelle Entscheidungen können den Schaden vergrößern oder wichtige Informationen für die spätere Analyse vernichten. Dokumentieren Sie deshalb möglichst genau, wann der Vorfall bemerkt wurde, welche Systeme betroffen sind und welche Auffälligkeiten festgestellt wurden.

2.   Zuständige Personen informieren

Aktivieren Sie Ihren Notfallplan und informieren Sie die vorgesehenen Ansprechpartner im Unternehmen. Dazu gehören je nach Organisationsstruktur beispielsweise Unternehmensleitung, IT-Verantwortliche, Datenschutzbeauftragte oder das Krisenteam.

3.   Externe Unterstützung hinzuziehen

Kontaktieren Sie frühzeitig Ihren IT-Dienstleister oder spezialisierte IT-Sicherheitsunternehmen. Auch eine bestehende Cyberversicherung sollte möglichst früh informiert werden.

Bei Verdacht auf eine Straftat empfiehlt die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des Landeskriminalamts Thüringen eine frühzeitige Kontaktaufnahme. Sie unterstützt Unternehmen bei der Einordnung des Vorfalls und vermittelt die zuständigen Ermittlungsstellen.

4.   Kommunikations- und Meldepflichten prüfen

Je nach Art des Vorfalls können Informationspflichten gegenüber Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnern oder Datenschutzbehörden bestehen. Stimmen Sie die Kommunikation intern ab und informieren Sie Betroffene transparent und sachlich.

5.   Ursachen analysieren und Konsequenzen ziehen

Nach einem Sicherheitsvorfall beginnt die eigentliche Aufarbeitung. Analysieren Sie gemeinsam mit Ihren IT-Partnern die Ursache des Angriffs, schließen Sie Sicherheitslücken und aktualisieren Sie Ihren Notfallplan. Ebenso wichtig ist es, Mitarbeitende über den Vorfall zu informieren und daraus konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.

Unterstützung und Vernetzung für Unternehmen in Jena

JenaWirtschaft unterstützt Unternehmen durch Fach- und Vernetzungsveranstaltungen dabei, passende Ansprechpartner zu finden, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und geeignete Förder- und Vernetzungsangebote zu nutzen. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung bringen wir Unternehmen zusammen und schaffen Raum für den Austausch zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit.

Weitere Unterstützungsangebote finden Sie bei:

Referierende der Praxisimpulse „Cybersicherheit für KMU“
Über 60 Vertreterinnen und Vertreter Jenaer Unternehmen informierten und vernetzten sich.
Dirk Frießnegg (ACP IT Solutions AG) referiert zu Mitarbeitenden als Schutzlinie vor Cyberkriminalität.

Fazit

Digitalisierung und Cybersicherheit gehören zusammen. Wer digitale Prozesse einführt, Künstliche Intelligenz nutzt oder Geschäftsabläufe vernetzt, sollte Informationssicherheit von Beginn an mitdenken.

Für mittelständische Unternehmen bedeutet das nicht, sofort umfassende Spezialstrukturen aufzubauen. Entscheidend ist, mit konkreten Schritten zu beginnen: Mitarbeitende sensibilisieren, Verantwortlichkeiten klären, kritische Prozesse identifizieren, Notfallkontakte bereithalten und einen Cybernotfallplan entwickeln, der im Ernstfall tatsächlich verfügbar ist.

So wird Cybersicherheit zu einem wichtigen Baustein digitaler Resilienz. Unternehmen, die vorbereitet sind, können schneller reagieren, Schäden begrenzen und ihren Geschäftsbetrieb besser sichern.

Sie haben Interesse an unseren praxisnahen Fachformaten im Bereich Digitalisierung, vertiefenden Informationen zu speziellen Themenbereichen oder unserem Beratungsangebot? Kontaktieren Sie uns gern!

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