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i-work-Business Award prämiert ZEISS Meditec und LightTrans

Wirtschaftsförderung und Uni Jena vergeben interkulturellen Unternehmenspreis

 

Carl Zeiss Meditec und LightTrans heißen die Preisträger der zweiten Auflage des  i-work Business Award. Beide Unternehmen hatten die Jury mit ihren Konzepten und Maßnahmen überzeugt, wie Mitarbeitende aus verschiedenen Kulturen und Nationen beispielhaft zusammenarbeiten können. Erstmals erhielten alle Firmen, die sich um den Preis für interkulturelle Vielfalt in Jena und der Region beworben hatten, eine entsprechende Würdigung. Den Preis für die Sieger in den Kategorien „Großunternehmen“ bzw. „KMU – Kleine und Mittlere Unternehmen“ überreichte heute die Schirmherrin des Wettbewerbs, die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner (Die Linke) in der Villa Rosenthal.

 „Der Preis steht unter dem Motto ‚Wirtschaftlicher Erfolg durch kulturelle Vielfalt‘“, betonte Ministerin Werner in ihrer Laudatio. „Beide Unternehmen – die Carl Zeiss Meditec AG und die LightTrans International UG – haben vor diesem Hintergrund beispielhafte Konzepte und Maßnahmen auf den Weg gebracht, wie der Arbeitsalltag mit Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund gut und im Sinne des gegenseitigen Miteinanders gestaltet werden kann.“ Kulturelle Vielfalt werde dabei von beiden Firmen – und auch allen weiteren Wettbewerbsteilnehmern – als großer Mehrwert für das Unternehmen verstanden.

Herzensangelegenheit Interkulturelle Vielfalt

Für LightTrans aus Jena, einem der weltweit führenden Anbieter von Simulationssoftware im Bereich Optik, ist diese Vielfalt eine echte Herzensangelegenheit. Von den insgesamt 25 Mitarbeitenden kommen 10 aus dem Ausland, unter anderem aus China, Spanien, Polen, dem Iran und den USA. Firmenmitgründerin und Gesellschafterin Petra Wyrowski stellte klar:

„Wir sind mit Leib und Seele ein international ausgerichtetes Unternehmen und möchten mit unseren Bemühungen und Erfahrungen zur höheren Sichtbarkeit des Integrationsthemas in der Jenaer Wirtschaft beitragen.“

Konkret heißt das, dass LightTrans aktiv auf internationale Studierende, speziell der „Abbe School of Photonics“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU Jena), zugeht. Die hohe Exportquote der Firma von 80 Prozent setzt den „nicht-deutschen“ Blickwinkel auf Kunden und Produkte voraus. Im Büro wird generell Deutsch und Englisch gesprochen. LightTrans unterstützt internationale Fachkräfte von Anfang an individuell bei Alltagsanliegen wie Behördengängen oder der Wohnungssuche. Auch in der Freizeit bringen sich alle Teammitglieder gemeinsam ein – sei es beim Firmenlauf oder gemeinsamen Spielabenden. Gleichzeitig denkt LightTrans auch lokal und unterstützt zahlreiche Veranstaltungen wie bspw. das MINT-Festival Jena. Laut der Jury des i-work-Wettbewerbs ist LightTrans ein Paradebeispiel dafür, dass auch kleine und mittelständische Firmen ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten für internationale Fachkräfte bieten.

Diversität als Gewinn für Alle

Beste Karriereaussichten bietet auch das zweite prämierte Unternehmen. Bei der Carl Zeiss Meditec AG arbeiten weltweit rund 3.000 Menschen, davon circa 450 in Jena. Insgesamt 40 Studierende bzw. Mitarbeitende des Medizintechnikanbieters kommen aus dem Ausland, unter anderem aus Indien, China, Belgien, Australien und Brasilien. „Wir brauchen international vielfältige Teams, um langfristigen Unternehmenserfolg sicherzustellen, neue Wege zu gehen und vielseitige Perspektiven zu entwickeln“ beschrieb der Jenaer Standortleiter Hartmut König das Engagement der Carl Zeiss Meditec AG. „Die Sichtweisen unserer internationalen Teammitglieder bereichern das gesamte Unternehmen; die größere Diversität verstehen wir als Gewinn für alle“, so König.

Internationale Mitarbeitende werden vor allem über Messen, den mehrsprachigen ZEISS-Karriere Internetauftritt sowie die interne weltweite Stellenbesetzung innerhalb des Konzerns für Jena rekrutiert, vor allem für die Teams Sales, Marketing und Communications. In diesen Abteilungen wird flexibel zwischen Englisch und Deutsch gewechselt. Individuelle Angebote zum Deutsch lernen werden über VHS-Abendkurse, Online-Angebote oder interne Deutschkurse ermöglicht. In Zusammenarbeit mit dem Willkommensservice und dem International Club Jena der Jenaer Wirtschaftsförderung und der Unterstützung durch weitere örtliche Stakeholder bietet die Carl Zeiss Meditec AG den „Neuen“ ein umfassendes „Onboarding“. Das bedeutet, dass neue Teammitglieder bei der Beschaffung von Visa bzw. Arbeitserlaubnis, vor Ort bei der Wohnungssuche, Behördengängen oder auch bei der Vernetzung mit anderen Expats etc. unterstützt werden. Besonders in den ersten Wochen stehen persönliche Patinnen und Paten mit Rat und Tat zur Seite. Der interkulturelle Austausch wird beispielsweise durch das interne Mitarbeitermagazin sowie neue Veranstaltungsformate wie den „ZEISS Diversity Day“ oder „Young ZEISS“ gefördert.

Die Jury des i-work Business Awards zeigte sich besonders von der strategischen Ausrichtung des gesamten ZEISS Konzerns und dem langfristig orientierten Engagement beeindruckt. Wilfried Röpke, Chef der Jenaer Wirtschaftsförderung resümiert:

„In enger Zusammenarbeit werden lokale Angebote im Sinne einer individuellen, bedarfsorientierten Betreuung für die Integration internationaler Fachkräfte in Jena genutzt. Aber nicht nur die beiden Preisträger, auch alle anderen Unternehmen, die sich beworben haben, setzen ein breites Portfolio an interkulturellen und integrativen Maßnahmen für sich und ihre Beschäftigten um.“

Aus diesem Grund vergab die Jury – bestehend aus internationalen Mitarbeitenden sowie Vertretern des Landes, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Stadt Jena – an alle teilnehmenden Firmen eine Urkunde, um dieses umfangreiche Engagement zu würdigen. Der i-work Business Award wird seit 2017 im Rahmen des Projekts „HiTh–Hochqualifiziert. International. Thüringen.“ vergeben und wird durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Folgende Unternehmen hatten sich beworben:

  • KMU
    • SGHG Planungs- & Prüfgesellschaft Bautechnik mbH
    • LightTrans International UG
    • EPSa – Elektronik & Präzisionsbau Saalfeld GmbH mit Standort in Jena
    • dotSource GmbH
  • Großunternehmen
    • Carl Zeiss Meditec AG
    • Feintool System Parts Jena GmbH
    • Globus Handelshof GmbH & Co. KG, Isserstedt
    • Salesforce.com Germany GmbH
Hintergrund

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena mbH und die Friedrich-Schiller-Universität Jena verleihen im Rahmen des Projektes „HiTh–Hochqualifiziert. International. Thüringen.“ unter der Schirmherrschaft von Ministerin Heike Werner, Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, den i-work Business Award 2018. Das Projekt „HiTh–Hochqualifiziert. International. Thüringen.“ wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Der Wettbewerb richtet sich an Unternehmen in Jena und der Region, die mit innovativen Konzepten und Maßnahmen die interkulturelle Öffnung für internationale Fachkräfte in besonderer Weise und beispielgebend vorantreiben.

Der Preis wurde am 27. November 2018 in der Villa Rosenthal verliehen. Es gibt zwei Kategorien – KMU und Großunternehmen – um den unterschiedlichen strukturellen, personellen und finanziellen Mitteln Rechnung zu tragen, die den teilnehmenden Firmen zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen
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