12. März 2026

Revolutionäre Mikroskopie im Miniaturformat

Unternehmensbesuch bei DeepEn

Innovative Einblicke in das Thema NeuroScience erhielten Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche, der Geschäftsführer des TIP, Dr. Thomas Ganz, und JenaWirtschaft-Chef Wilfried Röpke am 12. März beim Jenaer Startup DeepEn.  

Das junge Unternehmen entwickelt sogenannte holografische Endoskope. Das Kernprodukt „DeepEn One“ ermöglicht minimalinvasive in-vivo-Fluoreszenzmikroskopie – und das mit einer Sonde, die kaum dicker als ein menschliches Haar ist. Die technologische Besonderheit: Statt klassischer optischer Systeme kommt eine einzelne Multimode-Glasfaser zum Einsatz. Die gezielte Modulierung von Lichtwellenfronten ermöglicht eine hochauflösende Bildgebung, während das eigentliche optische System außerhalb des Körpers bleibt. Damit lassen sich beispielsweise tief im Gewebe liegende Bereiche untersuchen – etwa im Gehirn von Tiermodellen in der Alzheimer-Forschung – bei deutlich geringerer Gewebeschädigung als bei bisherigen Verfahren.

Gruppenbild von 4 Personen in lichtdurchflutetem Raum
Patrick Westermann (2.v.l.) von DeepEn gibt JenaWirtschafts-Chef Wilfried Röpke, OB Dr. Thomas Nitzsche und Dr. Thomas Ganz Einblicke in das Thema Neuroscience

Hightech-Spin-off mit Jenaer Wurzeln

Die DeepEn GmbH entstand 2024 als Ausgründung aus dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien, unterstützt durch den K1-Gründungsservice. Die wissenschaftlichen Grundlagen stammen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Tomas Cizmar, deren Forschung seit 2017 in Jena weiterentwickelt wurde. Heute wird das Unternehmen von einem internationalen Team getragen, angeführt von Geschäftsführer Dr. Sergey Turataev. Die enge Zusammenarbeit mit dem IPHT besteht weiterhin in Form gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Fokus auf Forschung – mit Blick in die Zukunft

„Aktuell liegt unser Schwerpunkt auf Anwendungen in den Neurowissenschaften“, sagte Patrick Westermann von DeepEn vor Ort. „Erste Demonstrationen und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen in Europa laufen bereits, ebenso wie konkrete Kaufanfragen aus dem internationalen Umfeld.“ Parallel arbeitete das StartUp daran, seine Produktion am Standort im Technologie- und Innovationspark zu skalieren, so Westermann. Langfristig sieht DeepEn großes Potenzial auch in der Pharmaforschung und weiteren medizinischen Anwendungen.

Rahmenbedingungen für Wachstum

Im Gespräch wurde deutlich, dass für den weiteren Erfolg vor allem zwei Faktoren entscheidend sind: der Zugang zu internationalen Fachkräften sowie eine gut nutzbare Forschungs- und Infrastruktur vor Ort. Gerade für Startups sei es wichtig, bestehende Labore und Prototyping-Angebote unkompliziert nutzen zu können, so Westermann.

Starker Innovationsstandort Jena

Der Besuch unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Jenas als führender Standort für Photonik und Hightech-Gründungen. Mit DeepEn wächst in Jena ein weiteres vielversprechendes Unternehmen heran, das wissenschaftliche Exzellenz in marktfähige Produkte überführt – und damit den Technologiestandort international sichtbar macht.

Wir danken Patrick Westermann für seinen informativen Einblick in die innovative Technologie von DeepEn und wünschen weiterhin viel Erfolg für die Entwicklung!

Kontakt

Porträtbild Marina Flämig, Leitung Standortmarketing, Wirtschaftsförderung Jena
Leitung Standortmarketing, Presseservice
Marina Flämig

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